In einer Partie auf Augenhöhe setzt es für den RFC The Bishops St. Gallen eine bittere Niederlage ab gegen die Gäste GC Zürich 2. Die Zürcher schlagen das Heimteam mit 31 zu 19 Punkten und festigen damit den zweiten Tabellenrang. Für die Bishops rückt der Relegationsplatz in die Nationalliga B damit in weite Ferne. 

St. Gallen (Breitfeld), 4. Mai 2014 – Auf eindrückliche Art und Weise dominiert der RC Würenlos die Nationalliga C in der Schweizer Rugby-Meisterschaft. 15 Siege in 15 Spielen reihten die Aargauer bisher aneinander – der Aufstieg in die Nationalliga B wohl nur noch Formsache. Spannender geht es im Kampf um den zweiten Platz zu und her: GC Zürich 2, der RC Zug und die Bishops buhlen fast punktgleich um den begehrten Relegationsplatz. Dementsprechend erwarteten die rund 50 Zuschauer und Zuschauerinnen auf dem Breitfeld eine ausgeglichene Partie zwischen St. Gallen und Zürich.

Bishops steigern sich in erster Halbzeit
Die Bishops starteten bei windigem Wetter und guten Platzverhältnissen verhalten ins Spiel. Trotz dem Sieg gegen den RC Solothurn von letzter Woche und einer breiten Ersatzbank liessen sie sich schon früh unter Druck setzen. GC rannte mit seinen massiven Stürmern an und ebnete den Weg für die flinke Backline, die sich das eine oder andere Mal gegen die Verteidigung durchzusetzen vermochte und nur noch in extremis gestoppt werden konnte. Nach einem Gedränge nahe am Malfeld der Heimmannschaft eröffneten die Zürcher in der 5. Minute schliesslich das Score mit ihrem ersten Versuch zum 5 zu 0. Nach diesem unnötigen Weckruf fanden die Bishops besser ins Spiel. Der Ballbesitz wechselte im Minutentakt und beide Mannschaften gewannen gleich viele Meter, wie sie kurz darauf auch wieder verloren. Erst in der 23. Minute folgten die nächsten Punkte: Nach einer Offside-Position St. Gallens verwandelte GC einen Penaltykick zum 8 zu 0. Nur zwei Minuten später legten die Gäste einen weiteren Versuch. Die Verteidigung reagierte zu langsam und liess einen Zürcher nach einem 20-Meter-Sprint viel zu einfach passieren. Diesmal brachte GC die Erhöhung problemlos zwischen die Stangen und führte bereits mit 15 zu 0. Erst jetzt erwachten die Bishops richtig. Sie gingen spürbar aggressiver in die Zweikämpfe, reihten mehrere erfolgreiche Phasen aneinander und zwangen GC zu Fehlern. Stürmer Andreas Kern kämpfte sich ein erstes Mal in die Nähe des Malfelds. Nach drei weiteren Anläufen wuchtete sich schliesslich Oliver Baumgartner in der 34. Minute über die Linie und Kern erhöhte zum 15 zu 7. Jetzt war St. Gallen klar die bessere Mannschaft und holte kurz vor dem Pausenpfiff sogar noch weiter auf. Kern verwandelte einen Penaltykick aus grosser Entfernung zum 15 zu 10.

Zweite Halbzeit in Zürcher Händen
Wie bereits in der ersten Hälfte begannen die Gäste wieder um einiges druckvoller, als die Heimmannschaft. GC ackerte und rackerte und profitierte schon in der 42. Minute von einem Offside der Bishops: Der erfolgreiche Penaltykick brachte weitere drei Zähler. St. Gallen lieferte nur eine Minute später die Antwort: Kern kickte seinerseits einen Penalty zum 18 zu 13. Die Bishops schöpften wieder Hoffnung, trotz der mittlerweile offensichtlichen Überlegenheit der Gäste. GC verbiss sich richtiggehend in der gegnerischen Zone und kam zu weiteren Penaltykicks. Der erste in der 46. Minute ging weit daneben, während der zweite in der 51. Minute zählte – 21 zu 13. In der Folge waren die Bishops vor allem mit Verteidigungsarbeit beschäftigt und hatten Mühe, sich aus der Umklammerung zu lösen. Nur durch mehrere Fehler der Zürcher gewann St. Gallen wieder einige Meter und kam in der 56. Minute in Reichweite für den dritten Penaltykick, den Kern souverän zum 21 zu 16 verwandelte. Die Bishops kämpften sich zurück und versuchten mit fünf frischen Spielern weiter Druck zu machen. Es war aber GC, das die nächsten Punkte einfahren konnte: In der 64. Minute setzten sie den nächsten Penaltykick zwischen die Stangen. Das Heimteam liess sich aber nicht beirren und überzeugte vor allem bei den Gedrängen und Einwürfen. Zürich beging überraschend viele Fehler und wirkte unkonzentriert. Nach wiederholtem Foulspiel zückte der Schiedsrichter in der 74. Minute die gelbe Karte gegen einen Zürcher und die Bishops schöpften neuen Mut. Kern brachte sein Team unter lautem Jubel der Zuschauer mit dem fälligen Penaltykick zum 24 zu 19 wieder näher heran. Aber zwei Minuten später wurden die Siegesträume der St. Galler endgültig begraben. Zürich reagierte nach einem Handlingfehler einmal mehr zu schnell für die Bishops und sicherte sich den dritten Versuch. Das 31 zu 19 war nicht mehr aufzuholen, die zweite gelbe Karte gegen einen GC-Spieler in der 80. Minute nur noch eine Randnotiz.

Nach dieser bitteren Niederlage liegen die Bishops mit 43 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Neben GC Zürich 2 (51 Punkte) fuhr auch der RC Zug (46 Punkte), der zweite Direktkonkurrent um den Relegationsplatz, einen Sieg ein. Am nächsten Samstag reisen die Bishops als Favorit nach Konstanz zum Tabellenschlusslicht.

RFC The Bishops St. Gallen: Eberle (35. Caven), Calim, Lukas (57. Brändle), Steiner, Baumgartner (57. Nemeth), Gmür (61. Alker), Egli (49. Büechi), Kern, Meyer, Bollinger, D. Chiavi (57. Schenker), Bommer, Bürki, Saunders (61. Gatounes), Pantano


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